best buy me

best buy me / no. 04

Fassadenbanner 4/0-farbig,
PVC-Vollplane, 695 g/m²
600 x 400 cm
2010

Synopsis

Die Kommunalen Wasserwerke Leipzig beteiligten sich ebenfalls in großem Stil an Cross-Border-Leasing Verträgen. Um das Ganze abzusichern, schlossen die Wasserwerke Kreditausfall-Versicherungen im Wert von 10 Mio. Euro ab. Um diese wiederum zu finanzieren, übernahm man hochriskante Anleihenpapiere der Schweizer Bank UBS. Die UBS zahlte nun ihrerseits 40 Mio. Euro an die Wasserwerke, um sich der Risiken der Finanzpapiere zu entledigen. Dadurch wurde die kommunale Einrichtung selbst zum „Versicherer“. Schon wenige Jahre später entwickelte sich dieses hochundurchsichtige Geschäft zum Desaster. Ende 2009 beliefen sich die Zahlungsverpflichtungen für die Leipziger Wasserwerke, die sich aus dem Ankauf dieser Schrottanleihen ergaben, auf 290 Mio. Euro. Bis zum Jahr 2014 vergrößerte sich die Summe auf rund 400 Mio. Euro, für die letzten Endes die Stadt Leipzig aufkommen müsste.

Auch wenn sich die Arbeiten best buy me / no.03 und best buy me / no.04 auf zwei spezifische Einzelfälle beziehen,  verarbeitet der Künstler das generelle Geschäftsgebaren der Stadt Leipzig ab Mitte der Neunziger Jahre, als man über Cross-Border-Leasing Verträge einen Großteil kommunaler Einrichtungen verkauft und sofort wieder zurück gemietet hatte. Leipzig galt also nicht umsonst als die „Cross-Border-Leasing Hauptstadt“ schlechthin. Es gibt kaum eine weitere Arbeit der best buy me – Serie, bei der der Schriftzug so wortwörtlich „übersetzt“ werden kann und die Verworrenheit der wirtschaftlichen Verstrickungen so extrem ausfällt wie bei diesen beiden.